JAHRHUNDERT-BAUSTELLE

Mehr als 400 Arbeiter, rund 10 Jahre dauernde, unterirdische Bauarbeiten im Hochgebirge, 17 km Stollen und 1,7 Millionen m³ ausgebrochenes Gestein: Die Baustelle Nant de Drance ist gigantisch.

Das Ergebnis ist eines der leistungsstärksten Pumpspeicherkraftwerke Europas. Mit 900 MW Leistung wird es nach Inbetriebnahme Ende 2019 jährlich rund 2,5 Milliarden kWh Strom erzeugen.

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Die Menschen

Eine unerwartete berufliche Chance

Unmittelbar nach Abschluss seines Bauingenieurstudiums an der ETH in Lausanne wurde Raphaël Coquoz von einem Sittener Ingenieurbüro angestellt. Als Sahnehäubchen sah sein Arbeitsvertrag zwei Jahre Mitarbeit bei der örtlichen Bauleitung auf der Baustelle Nant de Drance vor. Kurz vor Abschluss seiner Tätigkeit auf der Baustelle des Pumpspeicherwerkes blickt der junge Walliser aus Salvan auf diese berufliche Bereicherung zurück. „ Im Juli 2013 schloss ich meine Ausbildung an der ETH in Lausanne ab und beabsichtigte eigentlich eine Doktorarbeit anzuhängen. Im Anschluss an ein Praktikum, das ich während meines Studiums in einem Sittener Ingenieurbüro absolviert hatte, wurde mir eine zweijährige Anstellung auf dem Projekt Nant de Drance angeboten. Ich habe keinen Augenblick gezögert und zugeschlagen“, bezeugt Raphaël Coquoz begeistert. Vom 18. November 2013 bis Ende 2015 ist der junge Bauingenieur bei der  örtlichen Bauleitung (öBL) im Einsatz. Mit einem solchen Projekt ins Berufsleben einzusteigen, stellt eine echte Chance dar. „Neben den NEAT-Baustellen Lötschberg und Gotthard oder dem Pumpspeicherwerk Linth-Limmern gibt es kaum Baustellen solchen Ausmasses in der Schweiz.“ Zu jeder Zeit vor Ort Wie wird eigentlich ein junger Berufsmann frisch ab Ausbildungsstätte von den erfahrenen Berufsleuten aufgenommen? „Ich verstehe mich mit allen sehr gut. Ich schaue nicht auf sie herab, versuche die mit ihren Aufträgen einhergehenden Rahmenbedingungen zu berücksichtigen und zögere nicht – falls nötig – mit anzupacken. So schätzen sie meinen Einsatz. Ich versuche, so oft als möglich vor Ort zu sein, auch bei schlechtem Wetter. Würde ich dies nur bei Sonnenschein tun, zweifelten sie womöglich an meinem Interesse für ihre Tätigkeit.“ Der Ingenieur gesteht, im Umgang mit diesen Leuten aus dem Untertag viel gelernt zu haben. „Sie sind mir punkto Wissensstand überlegen und stellen konkrete Anforderungen, denen ich mich schnellstmöglich stellen muss.  Mehr lesen
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