JAHRHUNDERT-BAUSTELLE

Mehr als 400 Arbeiter, rund 10 Jahre dauernde, unterirdische Bauarbeiten im Hochgebirge, 17 km Stollen und 1,7 Millionen m³ ausgebrochenes Gestein: Die Baustelle Nant de Drance ist gigantisch.

Das Ergebnis ist eines der leistungsstärksten Pumpspeicherkraftwerke Europas. Mit 900 MW Leistung wird es nach Inbetriebnahme in 2019 jährlich rund 2,5 Milliarden kWh Strom erzeugen.

Bestof 3

Die Menschen

Eine berufliche Gelegenheit vor der eigenen Haustüre

Marie-Laure Hamon, Christophe Lugon und Stéphane Claivaz arbeiten alle drei auf der Baustelle Nant de Drance. Berichte von Mitarbeitern, angetroffen in der Kantine von Le Châtelard, Begegnungsort der Grossbaustelle  Marie-Laure Hamon: aus der Bretagne in die Berge, aus Chamonix nach Le Châtelard, vom Tea-Room zur Raumpflege. Marie-Laure Hamon, geboren 1963, stammt aus der Bretagne. Sie hat am 1. September 2009 auf der Baustelle Nant de Drance ihre Arbeit als Verantwortliche für die Raumpflege aufgenommen. Mit Judith Spiess als Vorgesetzte steht sie dem Reinigungspersonal der Arbeiterunterkünfte, Change House genannt, vor, welches die Räumlichkeiten, sanitären Anlagen und Büros reinigt, inkl. diejenigen im Tunnel und vor dem Portal. Marie-Laure Hamon schätzt die kulturelle Vielfalt auf der Baustelle sowie die Tatsache, dass sich die Probleme unkompliziert lösen lassen. „Wir sind zusammengeschweisst, wir verfolgen dasselbe Ziel.“ Anekdoten, die Bände sprechen Im Zuge des Fortschreitens der Arbeiten auf der Baustelle und des Weggangs der Arbeiter zu anderen Baustellen wird die Equipe der Raumpflegerinnen verkleinert. « Wir waren mal ein Dutzend. Heute sind wir die Hälfte, aber noch immer schön „gemischt“. So habe ich eine Frau aus Finhaut, eine andere aus Vallorcine, zwei Portugiesinnen, eine Senegalesin und eine Russin aus Martigny im Team. » Dieser Nationenmix bereichert Marie-Laure Hamons Arbeit. Auf die Frage, ob sie sich an gewisse Personen erinnere, erwähnt sie Leonardo, einen italienischen Arbeiter. „Er wollte sich in seinem Zimmer einen italienischen Caffè kochen. Anscheinend bekundete er beim Zudrehen seiner Kaffeemaschine Mühe. Plötzlich ertönte ein seltsames Geräusch. Beim Öffnen seiner Zimmertür sahen wir überall Kaffee! Das Lustigste aber war Leonardos Gesichtsausdruck. Ja, wir haben noch lange darüber gelacht.“ Mehr lesen
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