JAHRHUNDERT-BAUSTELLE

Mehr als 400 Arbeiter, rund 10 Jahre dauernde, unterirdische Bauarbeiten im Hochgebirge, 17 km Stollen und 1,7 Millionen m³ ausgebrochenes Gestein: Die Baustelle Nant de Drance ist gigantisch.

Das Ergebnis ist eines der leistungsstärksten Pumpspeicherkraftwerke Europas. Mit 900 MW Leistung wird es nach Inbetriebnahme Ende 2019 jährlich rund 2,5 Milliarden kWh Strom erzeugen.

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Kaverne
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Allgemeine Informationen

Eine Baustelle mit mehr als einem Nutzen

Der Bau des Pumpspeicherwerks Nant de Drance ist ein Glückstreffer für Finhaut. Aber es hängt davon ab, auf welcher Seite der Staumauer man sich befindet.  Die Gemeinde Finhaut wurde mit 7.5 Millionen CHF entschädigt im Zuge der Baubewilligung sowie als Kompensation für die Umtriebe durch die Baustelle. Pascal May bestätigt : « Für uns alle ist es ein rentables Geschäft. » Der Präsident von Finhaut relativiert seine Aussage. In Bergdörfern vertritt jeder seine eigene Meinung. « Für die einen ist etwas viel, für die anderen nie genug… »Positiver Punkt : Die Gemeinde konnte mit den Entschädigungen ihre Schulden begleichen, die Infrastruktur ausbauen und hängige Projekte vorantreiben.Während der Dauer der Konzession von 80 Jahren werden weitere Zahlungen erwartet. Durch verschiedene Steuern (Grundstück-, Kapital-, Gewinn- und Betriebssteuer) werden wir schätzungsweise 2 Millionen CHF jährlich einnehmen, vorausgesetzt, dass Nant de Drance schwarze Zahlen schreibt », erklärt Pascal May. Das menschliche Kapital betreffend stellt das Projekt ein ausserordentliches Abenteuer dar. « Die Region kann auf eine lange Vergangenheit mit der Wasserkraft zurückblicken: Staumauern Barberine (1925), Vieux Emosson (1955), Emosson (1975) sowie die Werke von Châtelard, Vallorcine, Vernayaz und Emosson. Heute wie morgen wird Nant de Drance existieren mit all seinen Entwicklungsperspektiven, die der Bau und die Bewirtschaftung mit sich bringen. Mehr lesen