JAHRHUNDERT-BAUSTELLE

Mehr als 400 Arbeiter, rund 10 Jahre dauernde, unterirdische Bauarbeiten im Hochgebirge, 17 km Stollen und 1,7 Millionen m³ ausgebrochenes Gestein: Die Baustelle Nant de Drance ist gigantisch.

Das Ergebnis ist eines der leistungsstärksten Pumpspeicherkraftwerke Europas. Mit 900 MW Leistung wird es nach Inbetriebnahme in 2019 jährlich rund 2,5 Milliarden kWh Strom erzeugen. Die Tests der nassen Teilen starten 2019. Die Inbetriebnahme erfolgt schrittweise ab 2020.

Best of 2013 - 2018
7:10

Die Menschen

Eine berufliche Gelegenheit vor der eigenen Haustüre

Marie-Laure Hamon, Christophe Lugon und Stéphane Claivaz arbeiten alle drei auf der Baustelle Nant de Drance. Berichte von Mitarbeitern, angetroffen in der Kantine von Le Châtelard, Begegnungsort der Grossbaustelle  Marie-Laure Hamon: aus der Bretagne in die Berge, aus Chamonix nach Le Châtelard, vom Tea-Room zur Raumpflege. Marie-Laure Hamon, geboren 1963, stammt aus der Bretagne. Sie hat am 1. September 2009 auf der Baustelle Nant de Drance ihre Arbeit als Verantwortliche für die Raumpflege aufgenommen. Mit Judith Spiess als Vorgesetzte steht sie dem Reinigungspersonal der Arbeiterunterkünfte, Change House genannt, vor, welches die Räumlichkeiten, sanitären Anlagen und Büros reinigt, inkl. diejenigen im Tunnel und vor dem Portal. Marie-Laure Hamon schätzt die kulturelle Vielfalt auf der Baustelle sowie die Tatsache, dass sich die Probleme unkompliziert lösen lassen. „Wir sind zusammengeschweisst, wir verfolgen dasselbe Ziel.“ Anekdoten, die Bände sprechen Im Zuge des Fortschreitens der Arbeiten auf der Baustelle und des Weggangs der Arbeiter zu anderen Baustellen wird die Equipe der Raumpflegerinnen verkleinert. « Wir waren mal ein Dutzend. Heute sind wir die Hälfte, aber noch immer schön „gemischt“. So habe ich eine Frau aus Finhaut, eine andere aus Vallorcine, zwei Portugiesinnen, eine Senegalesin und eine Russin aus Martigny im Team. » Dieser Nationenmix bereichert Marie-Laure Hamons Arbeit. Auf die Frage, ob sie sich an gewisse Personen erinnere, erwähnt sie Leonardo, einen italienischen Arbeiter. „Er wollte sich in seinem Zimmer einen italienischen Caffè kochen. Anscheinend bekundete er beim Zudrehen seiner Kaffeemaschine Mühe. Plötzlich ertönte ein seltsames Geräusch. Beim Öffnen seiner Zimmertür sahen wir überall Kaffee! Das Lustigste aber war Leonardos Gesichtsausdruck. Ja, wir haben noch lange darüber gelacht.“ Mehr lesen

Umwelt

Umwelt­einfluss

Geringe Eingriffe in die Landschaft Die Nutzung der beiden existierenden Stauseen Emosson und Vieux Emosson macht den Bau neuer Staumauern überflüssig. Schönheit und Vielfalt der Landschaft bleiben so erhalten. Keine Auswirkungen auf die Wasserläufe Da das Wasser für den Kraftwerksbetrieb in einem geschlossenen Kreislauf mit den Stauseen Emosson und Vieux Emosson bewegt wird, kommt es lediglich zu Schwankungen des Wasserpegels in diesen beiden Seen. Natürliche Gewässer sind davon nicht betroffen. Daher treten im Falle von Nant de Drance auch keine Probleme mit Restwassermengen auf. Der bei Pumpspeicherkraftwerken regelmässig eintretende Schleuseneffekt (Wechsel von hohen und niedrigen Durchflussmengen in einem Wasserlauf) ist ebenfalls nicht vorhanden. Schutz von Umwelt und Fauna Die Umweltauswirkungen der Bauarbeiten, wie beispielsweise die Rodung in Châtelard, werden durch Ausgleichsmassnahmen kompensiert. Die Umgebung wird wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt (z.B. Renaturierung). Begrenzung der Auswirkungen des Baustellenverkehrs Die Transporte zu den Baustellen erfolgen dank des Tunnels zwischen Châtelard und dem neuen Kraftwerk unterirdisch. Für die Bevölkerung entstehen durch Baustellenverkehr keine zusätzlichen Belastungen. Erhalt der touristischen Sehenswürdigkeiten der Umgebung Die Panoramaseilbahn Le Châtelard, die prähistorischen Dinosaurier-Fussabdrücke und die Naturlehrpfade bleiben erhalten und sind während der Bauarbeiten zugänglich. Nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen Die Nant de Drance SA trägt mit verschiedenen Ausgleichsmassnahmen im Kanton Wallis zu einer nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen bei. Alpiq, IWB, FMV und die SBB unterstreichen damit ihr Engagement für eine intakte Umwelt.Mehr lesen
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